Questo sito utilizza i cookie per migliorare la navigazione e per motivi di analisi le visite vengono conteggiate attraverso Google Analitycs se chiudi sei consapevole che i dati di navigazione verranno usati per solo scopi interni del sito. Per maggiori info

Drucken

Das Österreichisch-Ungarische Panzerwerk Gschwent auf der Hochebene von Lafraun (it. Lavarone) wurde zwischen 1908 und 1912 durch den Offizier und Ingenieur Rudolf Schneider entworfen und in der Nähe der kleinen Ortschaft Oseli gebaut. Errichtet in 1177m Höhe auf einem Felsenvorsprung kalkhaltigen Gesteins, lag das Werk in der Mitte der Verteidigungslinie der Hochebene, mit den Festungen Spitz Verle (it. Cima Vézzena), Verle, und Lusern im Osten, und Sankt Sebastian (it. Forte Dosso Cherle), Sommo alto und Serrada (it. Dosso del Sommo) im Westen. Das Panzerwerk besteht aus verschiedenen in den Fels gehauenen Abwehrblöcken: der dreistöckige Hauptkasematteblock in der Unterkünfte, Lagerräume und die für die gesamte Logistik wichtigen Einrichtungen untergebracht waren, der Batterieblock mit drei Turmhaubitzen, ein Kontereskarpenkoffer im Südgraben, die östliche und westliche vorgerückten Kasematte (Flankierungsanlagen) mit gepanzerten Beobachtungskuppeln und ein gepanzerter Vorposten als Infanteriekampfwerk. Die beiden Flankierungsanlagen und der Kontereskarpenkoffer verfügen über eigene Unterkunftsräume. Um auch bei schweren Angriffen den Granaten standzuhalten, wurde das Werk mit einem über zwei Meter dicken Betonmantel versehen, in welchem in mehreren Schichten 400mm starke I-Träger aus Stahl eingelassen waren. Entworfen wurde die Anlage genauso wie die anderen Festungen der Hochebene, um selbst bei tagelangen Bombardierungen funktionsfähig und autark zu sein. So verfügte sie über eine Trinkwasseraufbereitungsanlage, ein eigenes Elektrizitätswerk, eine Krankenstation, eine Telefonzentrale und eine Lichtsignalstation, um auf optischem Weg mit der Außenwelt kommunizieren zu können. Der gesamte Bau ist 200m lang und 100m breit; alle Posten sind durch Galerien verbunden, die man in den Felsen grub und die heute noch in ihrer Ganzheit benutzbar sind.

Eine Garnison aus 160 Landesschützen des 1° Regiments und durch 60 Landwehr verstärkt, bemannte die Festung und unterstand dem Befehl des Hauptmanns Anton Perschitz. Der Bewaffnung umfasste drei drehbare Panzerturmhaubitzen mit einem Kaliber von 104mm, hergestellt von den Pilsener Skoda Werken in Böhmen, sowie 22 Maschinengewehr und mehrere Scheinwerfer in gepanzerten Vorposten. Im ersten Kriegsjahr erlitt das Panzerwerk schwere Angriffe und zahlreiche Verluste. Anders als der Posten Vezzena und die Festungen Verle und Lusern jedoch, die durch die heftigen Bombenwellen auf eine harte Probe gestellt wurden, war das Werk Gschwent auf Grund seiner strategischen und herausragenden Lage sturmfrei, d. h. die Versuche der italienischen Infanterie Angriffe waren von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Das Bewusstsein der großen Verteidigungsfähigkeiten dieses Panzerwerks hatte der Garnison das Motto "für Trient reiche ich" prägen lassen. Im ersten Nachkriegsjahr ging die Anlage in staatlichen Besitz über und wurde für lange Zeit von Lavarone als Pächtergemeinde verwaltet. In der Mussolini Ära, als wegen des Abessinienkrieges gegen Italien ein Stahlembargo verhängt worden war, begann man die Stahlteile aus den Panzerwerken zu entfernen. Im Gegensatz zu den anderen Panzerwerke, die nach dem Willen der faschistischen Regierung demontiert werden sollten mit Brachialgewalt vorging und diese dabei, soweit durch Kriegseinflüsse noch nicht geschehen, völlig ruinierte, wurde dem Werk Gschwendt eine ungleich schonendere Behandlung zuteil, da der italienische König Vittorio Emanuele III, der das Werk 1935 besuchte, dieses zur Gedenkstätte erklärte und vor dem Abriss bewahrte.

 

Trotzdem begannen im November 1940 die Arbeiten um die Anlage teilweise zu demolieren. Dabei wurden die Stahlkuppeln der Haubitzen, die erste Schicht der Querträger und das Metall aus der Dachverschallung demontiert. Nach dem zweiten Weltkrieg ging es in das Eigentum der Region Trentino-Alto Adige (Welschtirol) über. Ab 1966 wechselte es in Privatbesitz und wurde in ein Museum umgewandelt. 1996 erfolgte der Erwerb der Anlage von der Gemeinde Lavarone (mit nicht unerheblichen Beitrag der Provinz Trient) und wurde in gründlichen Restaurierungsarbeiten das ursprüngliche Dach mit Zinkverblendung und der darunterliegenden Trägerkonstruktion wiederhergestellt, sowie eine vollständige Sanierung der Anlage durchgeführt. Unter allen den sogenannten "Eisengürtel der Hochebenen" bildenden Festungen, ist das Panzerwerk Gschwent das einzige, die sich in ihrer ursprünglichen Form und Struktur noch fast unversehrt erhält! Darüber hinaus wurde für die Einrichtung eines modernen und zeitgemäßen Museums Sorge getragen (in Italienisch, Deutsch und Englisch), in welchem nicht nur das eigentliche Schicksal des Werks im Mittelpunkt steht, sondern auch die damit verbundenen historischen Zusammenhänge im Konflikt des ersten Weltkriegs, im kleinen wie im großen Rahmen, thematisiert und vermittelt werden. Dank der Unterstützung der Autonomen Provinz Trient und des Studio Azzurro in Mailand können heute Besucher des Panzerwerk Gschwent die dramatischen Kriegsmomente von damals nacherleben. An diversen Punkten des multimedialen und interaktiven Museums wird der Kriegsalltag innerhalb des Werks noch einmal zum Leben erweckt. Durch diese bewegende Erfahrung will das Museum zur Reflexion über die Schrecken eines der erschütterndsten Kriege einladen, den die Welt kennt und der uns und die nachfolgenden Generationen zum Frieden ermahnt.