Fondazione Belvedere - Gschwent  

   



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FESTUNG Belvedere - Werk Gschwent

 

Einleitung

 

„Damals lief das Leben auf der Hochebene ruhig ab; die Bevölkerung lebte bescheiden, ja ärmlich, so dass oft nur die Auswanderung Aussicht auf ein besseres Leben bot. Die Grenze durchtrennte einen Teil des Gebiets, und in Rom oder in Wien war ihr Verlauf Gegenstand bemerkenswerter Diskussionen, die sich um den Besitz oder Nichtbesitz von Cima Dodici oder Cima Mandriolo drehten. Die Bevölkerung interessierte sich praktisch nicht für diese technischen Details, vielmehr war sie von einem blühenden Schmuggel mit den Trentinern des Valsugana oder der Hochebene von Lavarone ganz in Anspruch genommen“[1].
 
 
So beschreibt Andrea Grandotto, Pfarrer von Cesuna (Ort der Asiago Hochebene, in der Nähe von Lavarone) das Leben in diesen Gegenden Anfang des vorigen Jahrhunderts. Leider änderte sich das ruhige Leben jener Jahre, als die eskalierende diplomatische Krise zwischen dem Königreich Italien und dem Kaiserreich Österreich-Ungarn die Stabilität und die Aussicht auf den Bestand des Friedens ins Wanken brachte.

Die Lage war nunmehr die eines bewaffneten Friedens, und beide Staaten hielten einen Krieg für möglich. In jenen Jahren begannen die Regierungen in Wien und in Rom, die Taktiken und die Strategien für einen nunmehr allzu wahrscheinlichen Krieg zu planen. Das war aber nur die Spitze des Eisbergs.

   

 

Ab 1860 wurden die Grenzen und die strategischen Stellen des Trentino über einen Zeitraum von fünfzig Jahren hinweg durch den Bau von Festungen militärisch stark befestigt, die diese Gegend zu einer der bewaffnetsten Europas machten.

 

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts hatten die Österreicher im Zuge der Feldzüge Napoleons daran gedacht, die Hauptzugänge zum Kaiserreich zu befestigen: Damals entstanden komplexe Panzerwerke in der Talsohle der Etsch (Rückgrat de Region), in Franzensfeste (Eisacktal), in Rivoli (Etschtal) und gleich nördlich von Verona.

 

Unter der anfänglichen Leitung des Generals Franz Kuhn wurde mit der ersten der drei Phasen begonnen, in die die Erhöhung der Verteidigungsstärke des Trentino eingeteilt worden war; sie erfolgte durch den Bau von Festungen und Straßensperren[2]. Von Anfang an wurden die Gegenden des oberen Val di Sole, der Judikarien und des oberen Gardasees verstärkt.

   

 

In den zwanzig Jahren zwischen 1876 und 1895 wurde das Hauptaugenmerk auf die Befestigung der Stadt Trient und auf den Bau von etwa zwanzig kleineren, längs der Ostgrenze der Provinz verstreuten Werke gelegt[3].

 

Die dritte und letzte Phase dauerte von 1900 bis zum Ausbruch des Krieges mit Italien und wurde von dem Strategen Franz Konrad von Hötzendorf geleitet.

 

Die neuen Werke waren die Spitzenprodukte der damaligen Militärtechnik. Ihre Struktur bestand ganz aus Beton, in den Eisenträger versenkt worden waren, mit Abdeckungen, die auch über drei Meter dick sein konnten. Jede dieser Festungen war mit Frontpanzern und 250 mm dicken Drehkuppeln (aus Stahl) ausgestattet, auf denen Turmhaubitzen und Kanonen zur Nahverteidigung Platz finden konnten.

   
 


 

Zwischen 1908 und 1914 wurden auf den Hochebenen von Folgaria, Lavarone und Lusern sieben mächtige Werke errichtet, die jeweils bis zu 300 Soldaten Platz boten, die Trient an einem der Punkte verteidigen konnten, an denen ein Durchbruchsversuch der italienischen Truppen am wahrscheinlichsten war.

 

In der Nähe von Lavarone wurden das Werk Gschwent errichtet, das heute eher als Festung Belvedere bekannt ist.

 

Es wurde von dem Leutnant des Pionierkorps Ing. Rudolf Schneider geplant und zwischen 1908 und 1912 auf einem Kalkfelsensporn steil über dem Valdastico 1177 m ü.d.M gebaut. Technisch wurde die Festung aus sechs in den Berg gehauenen Blöcken errichtet: der Kasematte, der Batterie in vorgeschobener Stellung, einem Kontereskarpe-Werk im Graben und drei gepanzerten Vorposten.

   

Von den Ausmaßen her gehört die Festung Belvedere zu den größten je gebauten Werken.

Auf seine Widerstandsfähigkeit auch bei härtesten Bombardierungen getestet, wurden seine Anlagen mit Abdeckungen aus drei, insgesamt 400 mm dicken Eisenträgerschichten gebaut, die in über 2 Meter tiefen Stahlbetonguss eingelassen waren.

Ebenso wie die anderen Festungen der Hochebene wurde die Festung Belvedere entworfen, um, vollkommen auf sich selbst gestellt, Bombardierungen auszuhalten, die bis zu 100 Tagen dauern konnten, wobei sie auch über eine Wasserleitung und über ein internes Kraftwerk verfügte.

   

Dank einer Garnison von insgesamt 220 Mann unter dem Kommando von Anton Perschitz (der später durch Fritz Trakl ersetzt wurde) und einer Bewaffnung, die aus 3 10 cm Turmhaubitzen und 22 Maschinegewehren bestand, konnte sie diese Aufgabe trotz der erlittenen Verluste vollkommen erfüllen.

In der ersten Nachkriegszeit ging die Festung in den Besitz des italienischen Staats über, der sie über einen langen Zeitraum hinweg an die Gemeinde untervermietete. Im Unterschied zu den anderen Festungen der Hochebene wurde die Festung Belvedere aufgrund königlichen Dekrets Viktor Emanuels III. vor dem Abriss bewahrt, den die faschistische Regierung im Zeichen der Autarkie angestrengt hatte.

   
 

Dennoch wurde am 2. November 1940 mit einem partiellen Abriss des Werks begonnen: Die Panzerkuppeln wurden entfernt, die Haubitzentürme beschädigt, die erste Eisenträgerschicht aus den Abdeckungen gezogen, die Metallverkleidung des Dachs entfernt und viele Anlagen beschädigt.

Nach dem zweiten Weltkrieg ging die Festung in den Besitz der Region Trentino Südtirol über und wurde 1966 von einem Privatmann erworben, der es weitblickend teilweise wiederherstellte und in ein Museum umwandelte.

   
 

 


[1] A. Grandotto, Diario di un prete internato (1915-1916), Roana (VI), Istituto d Cultura Cimbra, 1984, Zit. S. 7

[2] G.M. Tabarelli, I forti austriaci nel Trentino e in Alto Adige, Temi, Trento 1990: G.P. Sciocchetti, Trasformazione delle forme della fortificazione permanente in montagna realizzate, nel XIX e XX secolo, nei territori a sud del Valico del Brennero, Rovereto (TN), Museo Storico Italiano della Guerra, 1993.

[3] C. Marzi – T. Borsato, Trento Città Fortezza. Le opere militari in muratura (1860-1914) ed in caverna (1914-1915)Cremona, Pesico 2000.

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Letzte Aktualisierung: 03-07-2004.