Fondazione Belvedere - Gschwent  

   



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FESTUNG Belvedere - Werk Gschwent
 

Das Museum

 

    

Die Renovierung der Festung Belvedere - Werk Gschwent sah innen den Aufbau einer aktualisierten Ausstellung zu den örtlichen und internationalen Auswirkungen des Ersten Weltkriegs vor.

 Eine problematische Wahl, weil die restaurierte Festung selbst ein Museumsstück ist, gewissermaßen das Museum seiner selbst.

 

 In seinem Inneren eine traditionelle Ausstellung von Dokumenten und Funden unterzubringen, konnte den Auswirkungen der ursprünglichen Umgebung jeglichen Sinn absprechen, die andererseits aus strukturellen Gründen der Ausstellung von zerbrechlichen Funden und Originaldokumenten strenge Grenzen setzte.

   

Beabsichtigt wurde also nicht eine einfache Ausstellung von Funden und Fotografien, sondern eine aktualisierte historische Erzählung (mit Fotografien, Funden und verschiedenen Gegenständen) über den Ersten Weltkrieg, die die Heimatgeschichte mit den großen Ereignissen und Problemen des Krieges verbinden konnte, wobei an einigen Stellen nicht darauf verzichtet wird, dem Besucher Eindrücke und Ausstattungen zu bieten, die zum unmittelbaren Nachdenken über den Begriff "Krieg" selbst anhalten können.

   
Der Rundgang des Festung Belvedere - Museums entwickelt über drei Stockwerke des Kasemattenblocks drei unterschiedliche (notwendig miteinander zusammenhängende) Themen, die mit den örtlichen und internationalen Zusammenhängen des Ersten Weltkriegs zu tun haben.

Die Räume zu ebener Erde dienen zur Erklärung der Ursprünge und Besonderheiten des Festungssystems der Hochebenen und hier hauptsächlich der Festungsgeschichte, von den Ursprüngen bis zur jüngsten Restaurierung. Ein Raum zu ebener Erde ist hingegen der Geschichte der Gemeinde Lavarone während des Krieges gewidmet.

Im ersten Stock werden die militärischen Operationen und die Kriegsereignisse auf den Hochebenen im größeren Zusammenhang des italienisch-österreichischen Krieges beschrieben. Belichtet wird die Kriegsgeschichte der Festung und seiner Garnison, während eine ansehnliche Sektion der Ausstellung dem Bergkrieg gewidmet ist, dem sogenannten "weißen Krieg".

   

Das zweite Stockwerk ist den allgemeinen Themen des Ersten Weltkriegs gewidmet. Es handelt sich um eine Lehrsektion, die eine Ursachendeutung und eine zusammenfassende Chronologie des europäischen Krieges bietet, wobei Aspekte des Schützengrabenkrieges, des Soldatenalltags, des "Industriekriegs", der Propaganda und der Kriegserinnerung vertieft werden. In diesem didaktischen und populärwissenschaftlichen Kontext ist, um die allgemeinen Themen des Krieges hervorzuheben, die Umgebung des Schützengrabens rekonstruiert worden. Hier kann sich der Besucher sozusagen von Innen einen Eindruck der Räume und der Existenzbedingungen des Soldaten in vorderster Front verschaffen. 

   
Über die gewohnte historische Erzählung hinaus, die auf Texte, Bilder und Funde zurückgreift, werden längs des Museumsrundgangs einige symbolische Momente entwickelt, die den Besucher sofort in das Leben, das sich in der Festung während des Krieges abspielte, versetzen und ihn dazu anregen können, über die tiefe Bedeutung des Begriffs ‚Krieg‘ selbst nachzudenken.
   

In diesen Fällen ist es die Festung, die als "Museum seiner selbst", wenn man so will, ihre vielfältigen Kriegsfunktionen offen legt und enthüllt, wie zum Beispiel die Stollen, die zu den vorgeschobenen Kasematten und zum Batterieblock führen, oder das gut erkennbare System der optischen Beobachtung, das durch ein einfaches, aber leistungsfähiges Kommunikationsnetz (mit Lichtblitzen) die Möglichkeit gibt, sich visuell von der engen Verbindung des Festungssystems der Hochebenen zu überzeugen. Andere Orte vermitteln einen Eindruck vom Alltag der Festungsgarnison, wie die Krankenstation, die Küche oder eine der zahlreichen Schlafsäle.

   
Was die Ausstellung anbelangt, so hat man sich dazu entschieden, den symbolischen und kommunikativen Aspekt der Funde (Uniformen, Waffen, Reste, Gegenstände, Dokumente; alles Originale aus der Zeit zwischen 1914 und 1918) im Zusammenhang mit den Themen zu bevorzugen, die in den verschiedenen Räumen des Museumsrundgangs behandelt werden. Auf diese Weise verschränkt sich die historische Erzählung mit den Eindrücken, die von den verschiedenen Funden vermittelt werden, und der Inhalt, den das Museum dem Besucher bieten möchte, wird dadurch bereichert.
   

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Letzte Aktualisierung: 03-07-2004.